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Gute Fotos vom eigenen Handwerk — mit dem Handy

Sie brauchen keine Kamera und keinen Fotografen, um Ihre Arbeit brauchbar zu zeigen. Ein Handy der letzten Jahre reicht. Entscheidend sind drei Dinge, die nichts kosten: das richtige Licht, eine aufgeräumte Baustelle und pro Objekt mehr als ein Bild — eine Gesamtansicht und zwei bis drei Details. Alles andere ist Feinschliff.

Die Tageszeit macht mehr aus als das Gerät

Bedeckter Himmel ist das beste Licht für Bauarbeiten. Weiches Licht, keine harten Schatten, Putzstrukturen und Fugen bleiben lesbar. Pralle Mittagssonne im Sommer ist das Gegenteil: Das Dach säuft ab, die Fassade brennt aus.

Wenn die Sonne scheint, fotografieren Sie am Vormittag oder am späten Nachmittag, und stellen Sie sich so, dass die Sonne im Rücken oder seitlich steht. Innen gilt: Licht einschalten, Blitz aus, und nicht direkt gegen das Fenster fotografieren, sonst wird der Raum dunkel und das Fenster weiß.

Der am meisten unterschätzte Punkt: Wischen Sie die Linse ab. Ein Handy in der Arbeitshose hat nach zwei Stunden einen Staubfilm drauf, der jedes Bild milchig macht.

Zwei Minuten aufräumen, bevor Sie draufdrücken

Der Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einem Referenzbild ist meistens kein Filter, sondern ein leerer Kübel weniger im Bild.

Kurze Runde vor dem Foto:

Perspektive: gerade halten, einen Schritt zurück

Schalten Sie im Kameramenü das Raster oder Gitternetz ein. Damit richten Sie Mauerkanten und Horizont gerade aus, und das ist der häufigste sichtbare Fehler.

Halten Sie das Handy senkrecht, nicht nach oben gekippt. Sobald Sie kippen, fallen die Hauskanten nach innen. Wenn das ganze Gebäude nicht ins Bild passt, gehen Sie ein paar Schritte zurück, statt zu kippen oder zu zoomen. Digitaler Zoom kostet Qualität, die zusätzlichen Objektive (bei vielen Geräten die Stufen 0,5x, 2x oder 3x) sind dagegen echte Optik und in Ordnung.

Stellen Sie sich nicht frontal vor die Fassade, sondern schräg zur Ecke. Wenn zwei Wände sichtbar sind, bekommt das Bild Tiefe. Auf Augenhöhe oder leicht darunter wirkt ein Gebäude ruhiger als von oben herab.

Machen Sie jedes wichtige Motiv einmal quer und einmal hoch. Quer brauchen Sie für die Website, hoch für das Google-Profil und für alles, was am Handy gelesen wird.

Vorher und Nachher

Vorher-Nachher-Bilder sind das stärkste Material, das ein Betrieb hat, und der häufigste Fehler ist, dass das Vorher-Bild fehlt. Machen Sie es, bevor die erste Maschine steht — auch dann, wenn Sie noch nicht wissen, ob Sie es je brauchen. Es kostet dreißig Sekunden.

Damit das Paar später zusammenpasst, merken Sie sich den Standpunkt: gleicher Punkt, gleiche Höhe, gleiche Zoomstufe. Ein einfacher Trick ist, das Vorher-Bild am Handy zu öffnen und die Ansicht nachzustellen, bevor Sie das Nachher-Bild machen. Diese Bilder sind nebenbei auch für Ihre eigene Dokumentation und für Beweissicherungsfragen brauchbar.

Wie viele Bilder pro Baustelle, und wofür

VerwendungFormatWas hineingehörtMenge
Referenz auf der Websitequer1 Gesamtansicht, 2 bis 3 Details3 bis 6 pro Objekt
Google-Unternehmensprofilhochaktuelle Arbeiten, Fahrzeug, Teamlaufend, ein paar pro Monat
Angebot oder PDFquerein vergleichbares fertiges Objekt1 bis 2
Lehrlings- und MitarbeitersuchehochMenschen bei der Arbeit, nicht Maschinen2 bis 3

Details sind das, was Ihr Handwerk vom nächstbesten unterscheidet: der saubere Anschluss, die Fugenkante, der Übergang zum Bestand, der Fliesenschnitt in der Ecke. Ein Bild mit einer Person oder einem Werkzeug im Bild gibt zusätzlich den Maßstab.

Was Sie nicht ohne Weiteres veröffentlichen dürfen

Fotografieren und Veröffentlichen sind zwei verschiedene Dinge. Heikel wird es fast immer erst beim Hochladen.

Personen. In Österreich schützt § 78 UrhG das Bild einer Person: Es darf nicht verbreitet werden, wenn berechtigte Interessen verletzt werden, dazu kommt die DSGVO. Bei Mitarbeitern holen Sie sich eine Einwilligung, am besten schriftlich und mit dem Hinweis, dass sie widerrufen werden kann. Kunden, Nachbarn und Passanten gehören nicht erkennbar auf Ihre Seite.

Fremde Gebäude und Grundstücke. Nach der Panoramafreiheit (§ 54 Abs 1 Z 5 UrhG) dürfen Bauwerke, die sich bleibend an einem öffentlichen Ort befinden, von dort aus fotografiert und die Bilder auch geschäftlich verwendet werden (WKO Berufsfotografie, Stand 22.07.2015). Nicht gedeckt ist der Blick vom Nachbargrundstück oder über den Zaun mit der Leiter. Für Innenaufnahmen beim Kunden fragen Sie vorher — eine kurze Nachricht mit einem Ja genügt als Nachweis.

Unterlagen. Pläne, Aufmaßblätter, Lieferscheine und der Zettel mit der Handynummer des Bauherrn haben auf keinem veröffentlichten Foto etwas verloren. Kontrollieren Sie den Bildrand, dort liegt so etwas meistens.

Drohne. Sobald eine Kamera dran ist, brauchen Sie als Betreiber eine Registrierung bei Austro Control über dronespace.at, unabhängig vom Gewicht; die Registrierung kostet 46,80 Euro und gilt drei Jahre (dronespace.at, abgerufen im August 2026). Dazu kommt der Kompetenznachweis A1/A3.

Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung. Wenn es im Einzelfall eng wird, fragen Sie bei Ihrer Wirtschaftskammer nach oder bei einem Anwalt.

Einmal einstellen, dann läuft es

Wenn Sie das ein halbes Jahr durchhalten, haben Sie mehr verwertbares Material als die meisten Betriebe in Ihrer Umgebung.

Der häufigste Grund, warum diese Bilder trotzdem nie auf der Website landen, ist übrigens nicht Faulheit, sondern dass niemand mehr weiß, wie man dort etwas hinaufbekommt. Bei der Pixel-Werkstatt schicken Sie die Fotos einfach her, das Einpflegen ist in den 29 Euro pro Monat enthalten.

Stand: August 2026

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